Datenverschlüsselung

Lesezeit: 7 min

23. September 2025

1  Datenverschlüsselung #

Mit psyprax haben Nutzer die Möglichkeit, eine einfache und effektive Datenverschlüsselung zu nutzen. Grundlegend sind folgende Punkte zu beachten:

Achtung
  • Für die Verschlüsselung von Daten werden Schlüssel sowie ein Kennwort erzeugt und genutzt, welche einmalig und geheim sind. Ausschließlich der Nutzer ist dafür verantwortlich, diese Schlüssel und das Kennwort sicher aufzubewahren.
  • Für die Entschlüsselung bereits verschlüsselter Daten sind der private Schlüssel sowie das Kennwort zwingend erforderlich. Gehen diese Daten verloren, können verschlüsselte Daten nicht entschlüsselt werden. Diese Daten sind unwiderruflich verloren.

 

Einsatzzwecke

  • Verschlüsselung der bei einer Datensicherung erfassten Daten (Teilsicherung, Backup), siehe Datensicherung verschlüsseln.
  • Verschlüsselung der Daten von Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA), um diese sicher an das Ausbildungsinstitut übermitteln zu können, siehe Abrechnungsdaten verschlüsseln.

 

Art der Verschlüsselung

Die Daten werden dabei im Pretty-Good-Privacy-Verfahren (PGP-Verfahren) verschlüsselt. Es werden Schlüsselpaare verwendet, welche aus einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel bestehen. Dabei werden der öffentliche Schlüssel zum Verschlüsseln und der private Schlüssel zum Entschlüsseln genutzt. Die Schlüssel bestehen aus speziell erzeugten Dateien, welche in psyprax hinterlegt werden und die Nutzung bei Zugriff authentifizieren. Die Verschlüsselung erfolgt im nachfolgend beschriebenen Funktionsprinzip:

Datensicherung

  1. Der Nutzer erzeugt ein Schlüsselpaar, bestehend aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Zusätzlich wird ein Kennwort festgelegt, welches den privaten Schlüssel schützt.
  2. Bei Bedarf entschlüsselt der Nutzer mit den Schlüsseln und dem Kennwort die zuvor gesicherten und verschlüsselten Daten.

 

Institute und PiA

  1. Das Institut erzeugt ein Schlüsselpaar, bestehend aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Zusätzlich wird ein Kennwort festgelegt, welches den privaten Schlüssel schützt.
  2. Der PiA importiert den öffentlichen Schlüssel in psyprax
  3. Der PiA verschlüsselt seine Daten mit dem öffentlichen Schlüssel und stellt sie dem Institut zur Verfügung.
  4. Das Institut entschlüsselt die bereitgestellten Daten mit dem privaten Schlüssel und dem dazugehörigen Kennwort.

 

1.1 Schlüssel verwalten #

Um die Verschlüsselung von Daten in psyprax zu verwalten, wie folgt vorgehen:

  1. In psyprax Hauptmenü „Datei“ und Untermenü „Konfigurieren…“ öffnen.

    Untermenü „Konfigurieren…“
  2. Im linken Bereich des Fensters „Konfigurieren“ den Punkt „Verschlüsselung“ anklicken.
  3. Im Fenster für die Verschlüsselungen sind folgende Funktionen verfügbar.

    Verschlüsselung konfigurieren

 

Legende „Verschlüsselung konfigurieren“
Nr. Einstellung Beschreibung
1 Übersicht der Schlüssel Zeigt alle bereits erstellten Schlüssel an.
2 Schlüssel erzeugen Neues Schlüsselpaar erstellen.
3 öffentlichen Schlüssel exportieren Exportiert einen bestehenden öffentlichen Schlüssel.
4 Verwaltung Bestehende Schlüssel verwalten.
5 Schlüssel importieren Importiert einen öffentlichen Schlüssel in psyprax.

 

1.2 Schlüssel erzeugen #

Um ein neues Schlüsselpaar zu erzeugen, wie folgt vorgehen:

  1. In psyprax Hauptmenü „Datei“ und Untermenü „Konfigurieren…“ öffnen.

    Untermenü „Konfigurieren…“
  2. Im linken Bereich des Fensters „Konfigurieren“ den Punkt „Verschlüsselung“ anklicken.
  3. Im Fenster für die Verschlüsselungen Schaltfläche „Schlüssel erzeugen“ (1) anklicken.

    Schaltfläche „Schlüssel erzeugen“
  1. Im Fenster „Schlüsselerzeugung“ folgende Informationen eingeben und mit Schaltfläche „Schlüssel erzeugen“ (6) bestätigen.
    Schlüssel erzeugen
    Legende „Schlüssel erzeugen“
    Nr. Einstellung Beschreibung
    1 Passwort definieren Definiert ein geheimes Passwort, mit welchem der zu erstellende Schlüssel geschützt wird. Das Passwort wird beim Entschlüsseln der Daten immer abgefragt.
    Hinweis: Das Passwort sollte in Länge und Komplexität einem hohen Anspruch an die Sicherheit gerecht werden.
    2 Checkbox „Passwort in der psyprax-Datenbank speichern“ Aktiviert: Das Passwort wird in der Datenbank hinterlegt und muss dann beim Entschlüsseln nicht händisch eingegeben werden.
    Hinweis: Die Hinterlegung des Passworts in der Datenbank kann zu einem Sicherheitsrisiko führen. Diese Funktion sollte nur verwendet werden, wenn sichergestellt ist, dass keine Unbefugten Zugriff auf das System haben.
    3 Bezeichnung des Schlüsselpaares Dem Schlüsselpaar kann eine Bezeichnung zugeordnet werden, um es eindeutig der Verwendung zuordnen zu können.
    4 Verwendung des Schlüssels Definiert die Anwendungsart des neuen Schlüsselpaares. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:

    • Abrechnungsdatenimport
    • Datensicherung
    5 Ausgabepfad der Schlüssel Gibt an, wo das neu erzeugte Schlüsselpaar abgelegt wird.
    Hinweis: Bei Bedarf kann ein externes Speichermedium ausgewählt werden, bspw. ein USB-Stick.
    6 Schaltfläche „Schlüssel erzeugen“ Bestätigt die Eingaben und erzeugt das neue Schlüsselpaar.
  2. Wurde das Schlüsselpaar erfolgreich erstellt, wird dies mit der nachfolgenden Meldung bestätigt.

    Erzeugung des Schlüsselpaares erfolgreich
  1. Das neu erstellte Schlüsselpaar wurde unter dem angegebenen Ausgabepfad abgelegt. Der öffentliche Schlüssel kann an die PiA verteilt Diese müssen den Schlüssel anschließend in ihr psyprax importieren, siehe Schlüssel importieren.

 

1.3 Schlüssel importieren #

Für den Import von Schlüsseln gibt es folgende Anwendungsszenarien:

Um einen Schlüssel in psyprax zu importieren, wie folgt vorgehen:

Anwender Voraussetzung Mögliche Anwendung
  • System 1 verschlüsselt
  • System 1 entschlüsselt
  • Schlüsselpaar wurde erstellt und liegt auf System 1 vor.
  • Kennwort des privaten Schlüssels muss für die Entschlüsselung bekannt sein.
  • Verschlüsselte Datensicherung auf einem System.
  • System 1 verschlüsselt
  • System 2 entschlüsselt
  • Schlüsselpaar wurde auf System 2 erstellt.
  • Kennwort für den privaten Schlüssel wurde auf System 2 erstellt.
  • Verschlüsselung: Öffentlicher Schlüssel wurde dem System 1 bereitgestellt und dort in psyprax importiert.
  • Entschlüsselung: Kennwort des privaten Schlüssels muss für die Entschlüsselung auf System 2 bekannt sein.
  • Psychotherapeuten in Ausbildung übertragen ihre verschlüsselten Abrechnungsdaten an das Ausbildungsinstitut, welche diese vor dem Einlesen entschlüsseln müssen.
  • System 1 verschlüsselt
  • System 2 entschlüsselt und verschlüsselt
  • Schlüsselpaar wurde auf System 1 erstellt.
  • Kennwort für den privaten Schlüssel wurde auf System 1 erstellt.
  • Entschlüsselung:
    • Der private Schlüssel wurde dem System 2 bereitgestellt und dort in psyprax importiert.
    • Kennwort des privaten Schlüssels muss für die Entschlüsselung auf System 2 bekannt sein.
  • Verschlüsselung: Soll auf System 2 künftig mit demselben öffentlichen Schlüssel verschlüsselt werden, muss dieser ebenfalls in psyprax importiert werden.
  • Eine verschlüsselte Datensicherung soll bspw. auf einen anderen Rechner umgezogen werden.
  1. Schlüssel auf dem System speichern.
  2. In psyprax Hauptmenü „Datei“ und Untermenü „Konfigurieren…“ öffnen.

    Untermenü „Konfigurieren…“
  3. Im linken Bereich des Fensters „Konfigurieren“ den Punkt „Verschlüsselung“ anklicken.
  4. Im Fenster für die Verschlüsselungen Schaltfläche „Schlüssel importieren“ (1) anklicken.

    Schaltfläche „Schlüssel importieren“
  5. Im nachfolgenden Auswahlfenster entsprechenden Schlüssel auswählen und mit Schaltfläche „Öffnen“ bestätigen. Die importierten Schlüssel werden wie folgt genutzt:

    Art des Schlüssels Anwendung
    Öffentlich Verschlüsseln von Daten.
    Privat Entschlüsseln von Daten.
    Hinweis: Das bei der Schlüsselerstellung festgelegte Kennwort ist zusätzlich erforderlich.

 

1.4 Schlüssel exportieren #

Wird ein bereits erzeugter öffentlicher Schlüssel erneut benötigt, kann dieser aus psyprax exportiert werden. Dafür wie folgt vorgehen:

  1. In psyprax Hauptmenü „Datei“ und Untermenü „Konfigurieren…“ öffnen.

    Untermenü „Konfigurieren…“
  2. Im linken Bereich des Fensters „Konfigurieren“ den Punkt „Verschlüsselung“ anklicken.
  3. Im Fenster für die Verschlüsselungen das benötigte Schlüsselpaar auswählen (1) und Schaltfläche „öffentlichen Schlüssel exportieren“ (2) anklicken.

    Schaltfläche „Schlüssel exportieren“ 
  1. Im nachfolgenden Auswahlfenster einen Ablageort für den öffentlichen Schlüssel angeben und mit Schaltfläche „Speichern“ bestätigen. Der öffentliche Schlüssel steht nun zur Verfügung.

 

1.5 Daten verschlüsseln #

Um Daten zu verschlüsseln, folgende Punkte beachten:

1.5.1 Datensicherung verschlüsseln #

Um eine verschlüsselte Datensicherung durchzuführen, wie folgt vorgehen:

Big Bold Achtung
  • Für die Verschlüsselung von Daten werden Schlüssel sowie ein Kennwort erzeugt und genutzt, welche einmalig und geheim sind. Ausschließlich der Nutzer ist dafür verantwortlich, diese Schlüssel und das Kennwort sicher aufzubewahren.
  • Für die Entschlüsselung bereits verschlüsselter Daten sind der private Schlüssel sowie das Kennwort zwingend erforderlich. Gehen diese Daten verloren, können verschlüsselte Daten nicht entschlüsselt werden. Diese Daten sind unwiderruflich verloren.

 

Hinweis
Für die Verschlüsselung müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Wurden die Schlüssel auf einem anderen System erzeugt, muss der öffentliche Schlüssel zunächst in psyprax importiert werden, siehe Schlüssel importieren.
  1. Im Hauptmenü „Datei“ das Untermenü „Datensicherung“ auswählen und den Menüpunkt „Daten sichern (Datenbank, Dokumente)“ anklicken.
    Untermenü „Daten sichern (Datenbank, Dokumente)“

     

  2. Im Fenster „Daten sichern“ folgende Schritte durchführen:
  • Im Bereich „Art der Sicherung“ den Punkt „Backup (DB)“ auswählen (1). Das Fenster „Speichern unter“ öffnet sich.
  • Im Fenster „Speichern unter“ kann der Ablageort für die Sicherungsdatei angepasst werden.
    Hinweis: Bei Bedarf kann das Fenster „Speichern unter“ auch durch einen Klick auf die Schaltfläche mit dem Ordnersymbol geöffnet werden.
  • Checkbox „Backupdatei verschlüsseln“ aktivieren (2).
  • Schaltfläche „Sichern“ anklicken, um die Datensicherung zu starten (3).

    Verschlüsselte Datensicherung durchführen
Hinweis
Liegt bereits eine unverschlüsselte Datensicherung vor, wird diese mit der verschlüsselten Version überschrieben.

 

Hinweis
Um die verschlüsselten Daten später entschlüsseln und nutzen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  •  Wurden die Schlüssel auf einem anderen System erzeugt, muss der private Schlüssel zunächst in psyprax importiert werden, siehe Schlüssel importieren.

1.5.1.1 Automatische Sicherung inkl. Verschlüsselung #

Um eine automatisierte Datensicherung inkl. Verschlüsselung einzurichten, wie folgt vorgehen:

  1. Hauptmenü „Datei“ und Untermenü „Konfigurieren…“ öffnen.

    Untermenü „Konfigurieren…“
  1. Im linken Bereich des Fensters „Konfigurieren“ den Punkt „Sicherung“ anklicken und folgende Einstellungen vornehmen:
    • Entsprechende Einstellungen für die Sicherung vornehmen.
    • In den markierten Bereichen auswählen, ob eine interne externe Sicherung beim Schließen des Programms erfolgen soll.
    • In den markierten Bereichen Checkbox „Verschlüsselung der internen/ externen Datensicherung aktivieren“.
    • Mit Schaltfläche „Schließen“ bestätigen.

      Einstellungen verschlüsselte Sicherung
Hinweis
Liegt bereits eine unverschlüsselte Datensicherung vor, wird diese mit der verschlüsselten Version überschrieben.

1.5.2 Abrechnungsdaten verschlüsseln #

Die Verschlüsselung von Abrechnungsdaten stellt in der Regel ein Szenario dar, welches ausschließlich von Psychotherapeuten in der Ausbildung genutzt wird. Um die Daten eines Abrechnungslaufes zu verschlüsseln, wie folgt vorgehen:

Big Bold Achtung
  • Für die Verschlüsselung von Daten werden Schlüssel sowie ein Kennwort erzeugt und genutzt, welche einmalig und geheim sind. Ausschließlich der Nutzer ist dafür verantwortlich, diese Schlüssel und das Kennwort sicher aufzubewahren.
  • Für die Entschlüsselung bereits verschlüsselter Daten sind der private Schlüssel sowie das Kennwort zwingend erforderlich. Gehen diese Daten verloren, können verschlüsselte Daten nicht entschlüsselt werden. Diese Daten sind unwiderruflich verloren.

 

Hinweis
Für die Verschlüsselung müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Wurden die Schlüssel auf einem anderen System erzeugt, muss der öffentliche Schlüssel zunächst in psyprax importiert werden, siehe Schlüssel importieren.
  1. Am Ende des Prüfumlaufs Checkbox „Verschlüsseln“ aktivieren.

    Checkbox „Verschlüsseln“
  1. Die verschlüsselte Datei mit der Endung „*.zip.pgp“ kann nun an das Ausbildungsinstitut übermittelt werden. Beim Import der Datenbank werden die Daten mithilfe des privaten Schlüssels entschlüsselt.
Hinweis
Um die verschlüsselten Daten später entschlüsseln und nutzen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Wurden die Schlüssel auf einem anderen System erzeugt, muss der private Schlüssel zunächst in psyprax importiert werden, siehe Schlüssel importieren.

 

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