Kodierung von Diagnosen

Lesezeit: 5 min

19. Dezember 2025

1 Kodierung von Diagnosen #

Bei komplexeren Krankheitsbildern ist die Suche nach einem passgenauen Diagnoseschlüssel manchmal schwierig. Die Qualität der Kodierung steht deshalb immer wieder auf dem Prüfstand. Im Zuge dessen musste die KBV nach gesetzlichem Auftrag aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz eine neue digitale Unterstützung der Kodierung entwickeln und ab 01.01.2022 zur Verfügung stellen. Für die Anwender soll damit das Kodieren erleichtert werden. Dafür wurde ein digitaler Helfer entwickelt, welcher als Kodierhilfe bezeichnet wird. Diese kombiniert bekannte und neue Funktionen – von der Suche bis zur Auswahl eines Diagnosecodes – rund um die Kodierung, so dass künftig alle wichtigen Informationen rund um das Kodieren an einem Ort in psyprax zu finden sind.

Um die Kodierung von Diagnosen nutzen zu können, sind die folgenden Punkte zu beachten:

1.1 ICD10-Suche #

Um einen ICD10-Code zu suchen, wie folgt vorgehen:

  1. In psyprax die Funktionstaste „Diagnose“anklicken.
Funktionstaste „Diagnose“
  1. Im Fenster „Diagnosen“ Schaltfläche „ICD-Suche“ anklicken.
Schaltfläche „ICD-Suche“
  1. Im Fenster „ICD10-Suche“ stehen folgende Funktionen zur Verfügung:
ICD10-Suche
Legende „ICD10-Suche“
Nr. Beschreibung Funktion
1 Definiert den genutzten ICD-Katalog
  • Hausarzt
  • Fachgruppe: Kann über das Dropdown-Menü definiert werden
2 Diagnosen-Kapitel
  • Auswahl über das Dropdown-Menü
  • Auswahl kann über die händische Eingabe von ICD-Codes gefiltert werden
3 Eingabefeld für manuelle Suche
  • ICD10: Suche nach ICD-Code
  • Systematisch und Alphabetisch: Schlagwortsuche
  • Checkbox „Nur Systematisch“: Beschränkt die Schlagwortsuche auf die Systematik von ICD-Codes
4 Legt die Sortierung der ICD-Codes fest
  • nach ihrer Systematik
  • alphabetisch
5 Übersicht der im gewählten Diagnosen-Kapitel enthaltenen Diagnosen-Gruppen
6 Blendet die Anzeige der Details einer Diagnose ein bzw. aus
7 Setzt alle Filter zurück
8 Übersicht der verfügbaren Diagnosen
  • ICD-Code: Kodierung der Diagnose
  • Bezeichnung: nähere Beschreibung der Diagnose
  • Notation: systeminterne Kennzeichnung
  • Abr.bar: Kennzeichnet, ob diese Diagnose abgerechnet werden kann.
9 Anzeige der Details einer Diagnose
10 In eigene Auswahl übernehmen Übernimmt die gewählte Diagnose in das Dropdown-Menü der Standardauswahl
11 Beim Patienten als Akutdiagnose speichern Weist die gewählte Diagnose dem aktuellen Patienten als Akutdiagnose zu.
12 Beim Patienten als Dauerdiagnose speichern Weist die gewählte Diagnose dem aktuellen Patienten als Dauerdiagnose zu.

1.2 Verschlüsselung #

Die Verschlüsselungsanleitung des BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) wurde in psyprax integriert. Bei Bedarf sind einzelne Hinweise direkt in der Codeeingabe zu finden. Alternativ kann das im aktuellen Quartal gültige Gesamtdokument aufgerufen werden. Dafür wie folgt vorgehen:

  1. Hauptmenü „Listen“ und Untermenü „ICD-Anwendung“ öffnen. Punkt „Verschlüsselungs-Anleitung (VA)“ auswählen.
Verschlüsselungsanleitung

Im nachfolgenden Fenster können eine Anleitung zu den Verschlüsselungen sowie „wesentlichen jährlichen Änderungen“ eingesehen werden. Dafür die entsprechende Checkbox aktivieren bzw. deaktivieren.

Die Verschlüsselungsanleitung enthält verschiedene Hinweise zum Thema Diagnosekodierung und gliedert sich in die folgenden Kapitel:

  • Was ist zu verschlüsseln?
  • Wie wird verschlüsselt?
  • Wie werden Zusatzkennzeichen verwendet?
  • Welche Besonderheiten sind bei den Kapiteln XVIII, XX und XXI zu beachten?
  • Was sind sekundäre („optionale“) Schlüsselnummern?

Zusätzlich ist der „Kommentar zur ICD-10-GM Version 2021“ abgelegt.

1.3 Kodierhilfe #

Im Fenster „Kodierhilfe“ können nähere Erläuterungen zum aktuell ausgewählten ICD10-Code eingesehen werden. Die blau markierten Elemente sind Verlinkungen, über welche sich weitere und detailliertere Informationen finden lassen. Vorteil dabei ist, dass der ursprünglich ausgewählte Code innerhalb dieser Recherche nicht verändert werden muss.

Um das Fenster „Kodierhilfe für ICD-Code: […]“ aufzurufen, wie folgt vorgehen:

  1. In psyprax die Funktionstaste „Diagnose“anklicken.
Funktionstaste „Diagnose“
  1. Im Fenster „Diagnosen“ Schaltfläche „Kodierhilfe“ anklicken.
Schaltfläche „Kodierhilfe“
Kodierhilfe ICD-Code (Beispielbild)

1.4 Kodesuche #

Über die Kodesuche können Stichworte oder Codefragmente eingeben werden, wodurch Vorschläge für einen ICD-Code angezeigt. Für eine schnellere und übersichtlichere Suche kann eine Fachgruppe voreingestellt werden, so dass nur eine spezifische Auswahl an Codes angezeigt wird.

ICD10-Suche – Fachgruppe

Diagnosecodes können im Rahmen einer „Freitext-Suche“ in der gesamten ICD-10-GM-Stammdatei gefunden werden. Im Fenster „ICD-Suche“ kann in der Kategorie „ICD-Katalog“ nach Hausarzt, Facharzt, Systemisch und alphabetisch gefiltert werden.

Um den für ICD-Suchen standardisiert genutzten Katalog zu definieren, wie folgt vorgehen:

  1. Hauptmenü „Datei“ und Untermenü „Konfigurieren…“ öffnen.
Untermenü „Konfigurieren…“
  1. Auf der linken Seite des Fensters den Punkt „Diagnosen“ anklicken.
  1. Im oberen Bereich des Fensters für die Konfiguration der Diagnosen kann der Suchkatalog ausgewählt werden. Einstellungen mit Schaltfläche „Schließen“ bestätigen.
Konfigurieren – Diagnosen

1.5 Kodier-Regelwerk #

Um das Kodier-Regelwerk aufzurufen, wie folgt vorgehen:

  1. Hauptmenü „Listen“ und Untermenü „ICD-Anwendung“. Punkt „Kodierregelwerk (KRW)“ auswählen.
Kodierregelwerk
Kodierregelwerk verwalten

Eine Funktion des Kodier-Regelwerks ist ein quartalsübergreifender Dauerdiagnosen-Check zur Validierung der Patientendaten. Dabei wird das dauerhafte Vorhandensein von Akutdiagnosen geprüft. Gegebenenfalls werden entsprechende Hinweise auf alternative Kodiermöglichkeiten angezeigt.

Der Kodier-Check kann direkt beim Kodieren oder bei der Abrechnung durchgeführt werden. Das Kodier-Regelwerk enthält obligate und fakultative Regeln für den Kodier-Check. Fakultative Regeln können deaktiviert werden. Die Checkbox „aktiv“ kann deaktiviert werden, die Checkbox für „obligate Regeln“ kann nicht verändert werden. Außerdem kann der Einsatz behandlungsfallbezogener Kodier-Regeln konfiguriert werden. Dafür im Bereich „Regel-Typ eingrenzen“ die Checkbox „Behandlungsfall“ aktivieren.

Die Liste im mittleren Bereich des Fensters zeigt folgende Informationen an:

  • vorgeschriebene Regel-ID
  • Kurzbeschreibung
  • Prüfzeitpunkt
  • Status der Regel (aktiv)

Die Anzeige kann gefiltert werden.

Zu den einzelnen Kodier-Regeln werden folgende Informationen angezeigt:

  • ID
  • Kurzform der Regelbeschreibung
  • vollständige Regelbeschreibung
  • Regelanwendung
  • Regelquelle (ist ICD GM)
  • Regelthema
  • Bezugszeitraum
  • Prüfzeitpunkt
  • Prüfparameter (entspricht dem eigentlichen ICD-Code
  • Hinweis + Vorschlag (zusammen)
  • Diagnoseklartext gemäß der ICD-Stammdatei

Die Einstellungen im Bereich „Prüfzeitpunkte“ können angepasst werden. Die Änderungen können jederzeit rückgängig gemacht werden.

Außerdem kann der Einsatz der quartalsübergreifenden Kodier-Regeln konfiguriert werden. Dafür im Fenster „Kodierregelwerk (KRW) verwalten“ die Checkbox „Quartalsübergreifend“ aktivieren. Folgende Informationen werden dann zu den Regeln angezeigt:

  • Regel-ID
  • Kurzbeschreibung
  • Prüfzeitpunkt
  • Anzahl Quartale
  • Status der Regel (aktiv)

Die Anzeige kann gefiltert werden.

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